Geschlechtskrankheiten

Geschlechtskrankheiten, auch sexuell übertragbare Infektionen (STI) genannt, sind häufig und oft gut behandelbar. Viele Infektionen verlaufen zunächst ohne Symptome und bleiben daher unbemerkt. Eine frühzeitige Diagnose ist entscheidend, um Komplikationen zu vermeiden und eine Weiterübertragung zu verhindern.

Inhalte

Häufige
sexuell übertragbare Krankheiten

Die Dermatologie und Venerologie umfasst die Diagnostik und Behandlung eines breiten Spektrums sexuell übertragbarer Infektionen:

Bakterielle Infektionen

  • Chlamydien – häufigste bakterielle STI, oft asymptomatisch, unbehandelt Risiko für Unfruchtbarkeit
  • Gonorrhoe (Tripper) – eitriger Ausfluss, Brennen beim Wasserlassen, zunehmend Antibiotikaresistenzen
  • Syphilis (Lues) – stadienhafter Verlauf mit Ulkus, Exanthem, später Organbefall; in der Schweiz wieder zunehmend
  • Mycoplasma genitalium – können Urethritis und Entzündungen verursachen

Virale Infektionen

  • HIV – chronische Infektion, heute mit antiretroviraler Therapie gut kontrollierbar
  • Herpes genitalis (HSV-1/HSV-2) – schmerzhafte Bläschen, rezidivierend, nicht heilbar aber gut behandelbar
  • Humane Papillomaviren (HPV) – Genitalwarzen (Condylomata), bestimmte Typen mit Krebsrisiko
  • Hepatitis B und C – ebenfalls sexuell übertragbar

Mögliche
Symptome

STI können sich durch verschiedene Beschwerden bemerkbar machen – oder völlig symptomlos verlaufen. Typische Anzeichen sind:

  • Brennen oder Schmerzen beim Wasserlassen
  • Ungewöhnlicher Ausfluss (vaginal, urethral oder anal)
  • Juckreiz oder Hautveränderungen im Genitalbereich
  • Bläschen, Geschwüre oder Warzen im Intimbereich
  • Schmerzlose Ulzera (z. B. bei Syphilis – Primäraffekt)
  • Hautausschlag am Körper (z. B. bei Syphilis Stadium II)
  • Unterbauchschmerzen
  • Geschwollene Lymphknoten in der Leiste

Diagnostik
diskret und zielgerichtet

Die Abklärung erfolgt je nach Fragestellung und Verdacht mit verschiedenen Methoden:

ABSTRICHUNTERSUCHUNGEN

Urethrale, vaginale, zervikale oder anale Abstriche – für den Nachweis von Chlamydien, Gonokokken, Mykoplasmen und Herpesviren.

BLUTTESTS (SEROLOGIE)

URINUNTERSUCHUNG

Bluttests zur Diagnostik von HIV, Syphilis sowie Hepatitis B und C. Nach einer möglichen Exposition muss das diagnostische Fenster abgewartet werden. 

Manche Geschlechtskrankheiten können auch aus dem Urin untersucht werden.

Therapie
je nach Indikation

Die Behandlung richtet sich gezielt nach dem nachgewiesenen Erreger:

Bakterielle Infektion

Antibiotika sind die Therapie der Wahl bei Chlamydien, Gonorrhoe, Syphilis und Mykoplasmen. Die Auswahl des Antibiotikums erfolgt gezielt nach Erreger und Resistenzlage. Eine Partnermitbehandlung ist in vielen Fällen notwendig, um Reinfektionen zu vermeiden.

Virale Infektion

Antivirale Therapien können bei Herpes genitalis Schübe verkürzen und die Häufigkeit von Rezidiven reduzieren. Bei HIV ist eine frühzeitige antiretrovirale Therapie entscheidend. Genitalwarzen (HPV) werden lokal behandelt – durch Vereisung, topische Wirkstoffe oder chirurgische Entfernung.

FACHÄRZTLICHE BETREUUNG

Die Diagnostik und Behandlung sexuell übertragbarer Infektionen gehört zum Kerngebiet des Facharztes für Haut- und Geschlechtskrankheiten (Dermatologie und Venerologie). Bei Bedarf arbeiten wir eng mit spezialisierten Zentren zusammen.

 

Häufig gestellte
Fragen

Ein Test ist sinnvoll bei Symptomen, nach ungeschütztem Geschlechtsverkehr, bei wechselnden Partnern oder wenn ein Partner positiv getestet wurde. Auch bei einer neuen festen Partnerschaft kann ein gemeinsames Screening beruhigend sein.

Ja, das ist sogar häufig. Chlamydien verlaufen in vielen Fälle symptomlos, HIV und Syphilis können über Monate unbemerkt bleiben. Deshalb sind regelmässige Screenings bei wechselnden Partnern so wichtig.

Bei medizinischer Indikation (Symptome, Verdacht auf Infektion) werden Diagnostik und Therapie von der Grundversicherung übernommen.

Diskrete
Abklärung