Handekzem

Ein Handekzem ist eine entzündliche Erkrankung der Handhaut, die sich durch Rötung, Trockenheit, Bläschen, Juckreiz und schmerzhafte Risse äussert. Es gehört zu den häufigsten Hauterkrankungen überhaupt und ist zugleich die häufigste berufsbedingte Hauterkrankung in der Schweiz. Mit der richtigen Diagnostik und einer konsequenten Therapie lassen sich die Beschwerden in den meisten Fällen gut kontrollieren.

Inhalte

Formen des
Handekzems

Das Handekzem ist keine einheitliche Erkrankung – es umfasst verschiedene Formen mit unterschiedlichen Ursachen und Erscheinungsbildern:

IRRITATIVES HANDEKZEM
Durch chronische Reizung der Hautbarriere – häufiger Wasserkontakt, Reinigungsmittel, Desinfektionsmittel. Typisch: Rötung, Trockenheit, Risse, Schuppung an Handrücken und Fingern.
ALLERGISCHES KONTAKTEKZEM
Durch eine Sensibilisierung auf Kontaktallergene – z. B. Nickel, Duftstoffe, Konservierungsmittel, Gummiinhaltsstoffe. Nachweis durch Epikutantest.
ATOPISCHES HANDEKZEM
Manifestation der atopischen Dermatitis an den Händen. Oft bei Patienten mit bekannter Neurodermitis, Asthma oder Heuschnupfen. Chronisch und schubweise.
Dyshidrosiformes Handekzem
Charakteristisch: kleine, stark juckende Bläschen an Fingern, Handflächen und Fusssohlen. Schubweiser Verlauf. Eigene Sektion weiter unten.

Häufig liegt ein Mischtyp vor – etwa ein irritatives Ekzem auf dem Boden einer atopischen Veranlagung. Die genaue Zuordnung ist für die richtige Therapie entscheidend.

Dyshidrosiformes
Handekzem

Das dyshidrosiforme (dyshidrotische) Handekzem ist eine besondere Form, die sich durch das Auftreten von kleinen, wasserhellen Bläschen an den Händen und Füssen auszeichnet:

TYPISCHE SYMPTOME

  • Kleine, stark juckende Bläschen an den seitlichen Fingern, Fingerkuppen und Handflächen
  • Bläschen oft tief in der Haut eingebettet, tapiokaartig, prall und durchsichtig
  • Intensiver Juckreiz oder Brennen
  • Nach Abtrocknen der Bläschen: Schuppung, Rissbildung und Verkrustung
  • Häufig auch an den Fusssohlen und Zehen (Pompholyx)
  • Schubweiser Verlauf – Episoden dauern oft 2–4 Wochen

Ursachen & Trigger
des Handekzems

In der Regel entsteht ein Handekzem durch ein Zusammenspiel von Veranlagung und äusseren Faktoren:

INNERE FAKTOREN (DISPOSITION)

  • Atopische Veranlagung – genetisch bedingte Neigung zu trockener, empfindlicher Haut
  • Kontaktsensibilisierungen – erworbene Allergien auf Berufsstoffe oder Alltagschemikalien

ÄUSSERE FAKTOREN (EXPOSITION)

  • Feuchtarbeit – häufige oder länger dauernde Tätigkeiten mit Wasser oder wässrigen Flüssigkeiten sowie das regelmässige Tragen flüssigkeitsdichter Handschuhe
  • Detergenzien und Lösungsmittel – Spülmittel, Reiniger, Desinfektionsmittel
  • Mechanische Reizung – Reibung, Druck, wiederholte Mikrotraumata
  • Häufiges Händewaschen – kann die Hautbarriere belasten und die Haut austrocknen
  • Okklusives Milieu – langes Tragen von Handschuhen ohne Baumwollunterzug

Diagnostik
des Handekzems

Eine sorgfältige Diagnostik ist entscheidend, um die Ursache des Handekzems zu identifizieren und die richtige Therapie einzuleiten:

  • Ausführliche Anamnese – berufliche Exposition, Kontaktstoffe, Verlauf, atopische Vorgeschichte
  • Klinische Untersuchung – Beurteilung von Verteilungsmuster, Morphologie und Schweregrad
  • Epikutantest (Patchtest) – Abklärung von Kontaktallergien mit einer Standardreihe und berufsspezifischen Allergenen
  • Mykologische Diagnostik – Ausschluss einer Pilzinfektion, insbesondere bei einseitigem Befall oder therapieresistenten Verläufen
  • Bei Bedarf: Laboruntersuchungen (atopische Parameter, Differentialdiagnosen)

Therapie
des Handekzems

Die Behandlung erfolgt stufenweise und wird individuell an Schweregrad und Ursache angepasst:

BASISPFLEGE

Die konsequente rückfettende Basispflege ist das Fundament jeder Handekzem-Therapie. Regelmässiges Eincremen – idealerweise nach jedem Händewaschen – stärkt die Hautbarriere und reduziert die Entzündungsneigung. Die Hände sollten nur bei Bedarf und möglichst mit milden, hautschonenden Reinigungsprodukten gewaschen werden.

TOPISCHE ENTZÜNDUNGSHEMMER

  • Kortikosteroide – kurzfristig bei akuten Schüben; Potenz je nach Schweregrad und Lokalisation
  • Calcineurin-Inhibitoren (Tacrolimus, Pimecrolimus) – kortisonfreie Alternative, besonders für die Langzeitanwendung geeignet

DELGOCITINIB-CREME (JAK-INHIBITOR)

Delgocitinib ist ein topischer JAK-Inhibitor, der seit neuerem speziell für die Behandlung des chronischen Handekzems zugelassen ist. Er hemmt gezielt die JAK-Signalwege, die an der Entzündungsreaktion in der Haut beteiligt sind.

SYSTEMISCHE THERAPIE

Bei schweren oder therapieresistenten Verläufen stehen verschiedene systemische Optionen zur Verfügung wie Alitretinoin.

Lichttherapie
für Hände und Füsse

In unserer Praxis bieten wir eine gezielte Lichttherapie für Hände und Füsse an – eine etablierte Behandlungsoption bei chronischem Hand- und Fussekzem

PUVA-THERAPIE

Ablauf:

  • 2–3 Sitzungen pro Woche über einen Zeitraum von 6–12 Wochen
  • Bestrahlungsdauer pro Sitzung: wenige Minuten
  • Schrittweise Dosissteigerung nach Protokoll
  • Gut kombinierbar mit topischer Therapie

Schutz
& Prävention

Der Schutz der Hautbarriere ist die wichtigste Massnahme zur Vorbeugung und Reduktion von Schüben:

  • Hautschutzplan – Reinigung, Schutz und Pflege als 3-Säulen-Konzept
  • Schutzhandschuhe bei Feuchtarbeit, Reinigungstätigkeiten und Kontakt mit Chemikalien – idealerweise mit Baumwollunterzug
  • Händewaschen reduzieren – wo möglich, Desinfektionsmittel statt Seife verwenden (schont die Hautbarriere)
  • Milde, seifenfreie Reinigung – kein heisses Wasser, pH-neutrale Waschsubstanzen
  • Regelmässig eincremen – nach jedem Händewaschen, vor und nach der Arbeit
  • Ringe und Schmuck bei Feuchtarbeit ablegen – darunter sammelt sich Feuchtigkeit

Häufig gestellte
Fragen

Kleine, stark juckende, wasserhelle Bläschen an den Seiten der Finger oder in den Handflächen sind typisch für ein dyshidrosiformes Handekzem. Sie entstehen durch eine entzündliche Reaktion in der Oberhaut. Eine dermatologische Abklärung hilft, die Ursache zu identifizieren.

Bei rein irritativem Handekzem kann eine konsequente Meidung der Auslöser zur vollständigen Abheilung führen. Bei atopischer oder allergischer Grundlage verläuft das Handekzem oft chronisch – lässt sich aber mit der richtigen Therapie und Prävention gut kontrollieren.

 
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