Häufige Hauterkrankungen
bei Kindern
Das Spektrum dermatologischer Erkrankungen im Kindesalter ist breit. Zu den häufigsten gehören:
Weitere häufige Erkrankungen: Pilzinfektionen (Tinea capitis bei Kindern besonders häufig), Ekzeme, Insektenstichreaktionen und allergische Hautreaktionen.
Neurodermitis
bei Kindern
TYPISCHE ZEICHEN BEI KINDERN
Neurodermitis (atopische Dermatitis) ist die häufigste chronisch-entzündliche Hauterkrankung im Kindesalter.
- Säuglinge: typisch sind Milchschorf und Ekzeme an Wangen und Stirn
- Kleinkinder: typisch sind Ekzeme in Ellenbeugen, Kniekehlen, am Hals
- Begleitend häufig: Heuschnupfen oder allergisches Asthma
THERAPIE BEI KINDERN
Die Behandlung erfolgt altersgerecht und schonend:
- Konsequente Basispflege – rückfettende Cremes als tägliche Grundlage
- Topische Entzündungshemmer – Kortikosteroide & Calcineurin-Inhibitoren
- Bei schweren Verläufen: moderne Systemtherapien auch für Kinder zugelassen (z. B. Dupilumab ab 6 Monaten)
Virale & bakterielle
Hautinfektionen
WARZEN (VERRUCAE)
Warzen sind bei Kindern sehr häufig – besonders an Händen und Fusssohlen. Sie werden durch HPV-Viren verursacht und können sich durch Kratzen ausbreiten. Die Behandlung erfolgt schonend mit Kryotherapie, keratolytischen Lösungen oder abwartend, da viele Warzen bei Kindern spontan abheilen.
MOLLUSKEN (DELLWARZEN)
Kleine, perlartige Knötchen mit zentraler Delle, verursacht durch das Molluscum-contagiosum-Virus. Hochansteckend und im Kindergartenalter verbreitet. Heilen in vielen Fällen spontan ab, können aber bei Bedarf schonend entfernt werden.
IMPETIGO CONTAGIOSA
Hochansteckende bakterielle Infektion (Staphylokokken/Streptokokken) mit honiggelben Krusten, typischerweise im Gesicht. Häufig im Kindergarten- und Schulalter. Behandlung mit topischen oder oralen Antibiotika.
Muttermale
& Vorsorge
Kinder entwickeln im Laufe der Jahre zunehmend Muttermale (Nävi). Die meisten sind völlig harmlos. Dennoch ist eine dermatologische Beurteilung sinnvoll bei:
- Angeborenen Muttermalen – je nach Grösse regelmässige Kontrolle
- Veränderung in Grösse, Form oder Farbe eines bestehenden Muttermals
- Auffälligen oder ungewöhnlichen Muttermalen
- Familiärer Vorbelastung mit Hautkrebs
SONNENSCHUTZ BEI KINDERN
Kinderhaut ist besonders UV-empfindlich. Schwere Sonnenbrände in der Kindheit erhöhen das Hautkrebsrisiko im Erwachsenenalter deutlich:
- Sonnenschutz LSF 50+ konsequent auftragen und regelmässig nachcremen
- Direkte Mittagssonne meiden und Orientierung am UV-Index
- UV-Schutzkleidung und Hut – besonders bei Kleinkindern
- Säuglinge sollten gar nicht der direkten Sonne ausgesetzt werden
Häufig gestellte
Fragen
Ab welchem Alter kann mein Kind zur Hautärztin?
Wir betreuen Kinder jeden Alters – vom Säugling bis zum Teenager. Es gibt kein Mindestalter für eine dermatologische Untersuchung. Bei Hautveränderungen im Säuglingsalter (z. B. Milchschorf, Windeldermatitis) ist eine frühzeitige Beurteilung sinnvoll.
Wächst mein Kind aus der Neurodermitis heraus?
Bei vielen Kindern bessert sich die Neurodermitis bis zum Schulalter deutlich, bei einem Teil verschwindet sie ganz. Etwa ein Drittel behält die Erkrankung bis ins Erwachsenenalter. Eine konsequente Therapie in den ersten Jahren verbessert den Verlauf.
Ist Kortison auf Kinderhaut gefährlich?
Bei fachgerechter Anwendung sind moderne topische Kortikosteroide auch bei Kindern sicher und gut verträglich. Wir setzen sie gezielt und zeitlich begrenzt ein. Für besonders empfindliche Stellen stehen kortisonfreie Alternativen zur Verfügung.
& Abklärung
