Lichttherapie

Die Lichttherapie (Phototherapie) ist eine bewährte und wirksame Behandlungsmethode für eine Vielzahl entzündlicher und chronischer Hauterkrankungen. Durch gezielte UV-Bestrahlung werden Entzündungsprozesse in der Haut reduziert und die Krankheitsaktivität gelindert.

Inhalte

Wie wirkt
die Lichttherapie

Bei der Phototherapie wird die Haut gezielt mit ultraviolettem Licht bestrahlt. Je nach Wellenlänge und Dosis wirkt das Licht auf verschiedene Prozesse in der Haut:

  • Entzündungshemmend – Reduktion überaktiver Immunzellen in der Haut
  • Antiproliferativ – Verlangsamung der übermässigen Hautzellneubildung (z. B. bei Psoriasis)
  • Juckreizlindernd – kann chronischen Juckreiz durch verschiedene immunologische und neuronale Mechanismen reduzieren
  • Pigmentstimulierend – Anregung der Melaninproduktion (z. B. bei Vitiligo)

Anwendungsgebiete
der Lichttherapie

Die Phototherapie wird bei einer Vielzahl dermatologischer Erkrankungen eingesetzt:

  • Psoriasis (Schuppenflechte) – eine der klassischen Indikationen mit belegter Wirksamkeit
  • Neurodermitis (atopisches Ekzem) – besonders bei mittelschweren Verläufen
  • Vitiligo (Weissfleckenkrankheit) – Stimulation der Repigmentierung
  • Chronische Ekzeme – z. B. nummuläres Ekzem, chronisches Handekzem
  • Prurigo und chronischer Pruritus – wirksam gegen hartnäckigen Juckreiz
  • Hand- und Fussekzeme – gezielte lokale Bestrahlung
  • Mycosis fungoides – frühes kutanes T-Zell-Lymphom
  • Pityriasis lichenoides und weitere entzündliche Dermatosen

Therapieformen
in unserer Praxis

Wir bieten verschiedene Formen der Phototherapie an, die je nach Erkrankung und betroffenen Arealen eingesetzt werden:

SCHMALSPEKTRUM UV-B (311 NM)

Die Standardtherapie und am häufigsten eingesetzte Form der Phototherapie. Die Bestrahlung erfolgt in einer Ganzkörperkabine mit einer Wellenlänge von 311 nm, die besonders wirksam und gleichzeitig schonend ist. Hauptindikationen sind Psoriasis, Neurodermitis und Vitiligo.

UV-A GANZKÖRPERBESTRAHLUNG

UV-A-Strahlung dringt tiefer in die Haut ein und wird bei ausgewählten Indikationen eingesetzt – z. B. bei bestimmten Ekzemformen, Prurigo oder Sklerodermie.

PUVA HAND- & FUSSTHERAPIE

Bei der PUVA-Therapie werden Hände oder Füsse zunächst in einem Psoralen-haltigen Creme vorbehandelt und anschliessend mit UV-A bestrahlt. Das Psoralen macht die Haut lichtempfindlicher und verstärkt die Wirkung. Besonders wirksam bei hartnäckigen Hand- und Fussekzemen oder lokalisierter Psoriasis.

Ablauf einer
Behandlungsserie

Die Phototherapie wird als Behandlungsserie durchgeführt – regelmässige Sitzungen über mehrere Wochen erzielen den besten Effekt:

  • 2–3 Sitzungen pro Woche über einen Zeitraum von 6–12 Wochen
  • Bestrahlungsdauer pro Sitzung: wenige Sekunden bis einige Minuten
  • Schrittweise Dosissteigerung nach einem festen Protokoll
  • Augenschutz mit UV-Schutzbrille während der Bestrahlung

Häufig gestellte
Fragen

Nein. Die Bestrahlung ist schmerzfrei. Gelegentlich kann es zu einem leichten Wärmegefühl oder einer vorübergehenden Rötung kommen – ähnlich wie bei kurzer Sonnenexposition. Bei korrekter Dosierung ist die Behandlung in der Regel gut verträglich. 

Die Schmalspektrum-UVB-Therapie (311 nm) erhöht nach aktuellem Kenntnisstand das Hautkrebsrisiko nicht oder nur geringfügig. Bei der PUVA-Therapie ist bei langjähriger Anwendung ein leicht erhöhtes Risiko beschrieben – deshalb wird die Gesamtzahl der Sitzungen kontrolliert.

Erste Verbesserungen sind oft nach 2–4 Wochen (ca. 8–12 Sitzungen) sichtbar. Der volle Effekt zeigt sich in der Regel nach der gesamten Behandlungsserie von 6–12 Wochen. Bei Vitiligo kann die Repigmentierung mehrere Monate dauern.

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