Seborrhoisches Ekzem

Das seborrhoische Ekzem ist eine häufige, chronisch-entzündliche Hauterkrankung, die vor allem in talgdrüsenreichen Hautarealen auftritt. Es zeigt sich durch gerötete, fettig schuppende Hautstellen und verläuft typischerweise in Schüben. Die Erkrankung ist nicht ansteckend und mit der richtigen Therapie und Pflege sehr gut kontrollierbar.

Inhalte

Symptome
& Lokalisation

Das seborrhoische Ekzem zeigt sich durch gerötete Hautstellen mit gelblich-fettigen Schuppen an typischen Lokalisationen:

  • Nasolabialfalten – Rötung und Schuppung in den Falten neben der Nase
  • Augenbrauen – schuppende Rötung zwischen und über den Brauen
  • Stirn und Haaransatz
  • Bartbereich – bei Männern häufig betroffen
  • Kopfhaut – Schuppenbildung, Juckreiz, Rötung (häufig als „starke Schuppen“ wahrgenommen)
  • Hinter den Ohren und in den Ohrmuscheln
  • Mittlere Brustregion (Sternum) und oberer Rücken
  • Gelegentlich in Hautfalten (Achseln, Leiste)

Mögliche
Ursachen

Die genaue Ursache ist nicht vollständig geklärt. Ein Zusammenspiel mehrerer Faktoren führt zur Erkrankung:

  • Vermehrte Talgproduktion – das Ekzem tritt bevorzugt in talgdrüsenreichen Arealen auf
  • Hefepilz Malassezia – ein natürlicher Hautbewohner, der bei Betroffenen eine entzündliche Immunreaktion auslösen kann
  • Individuelle Veranlagung – familiäre Häufung
  • Stress und psychische Belastungen – häufiger Schubauslöser
  • Hormonelle Einflüsse – Häufung in Pubertät und mittlerem Erwachsenenalter
  • Klimatische Faktoren – Verschlechterung im Herbst/Winter bei kalter, trockener Luft
  • Immunsuppression – verstärktes Auftreten bei geschwächtem Immunsystem

Therapie
des Ekzems

Die Behandlung richtet sich nach Lokalisation und Schweregrad und zielt darauf ab, die Entzündung zu kontrollieren und Schübe zu reduzieren. Die verfügbaren Wirkstoffe lassen sich in drei Stufen einteilen:

FREI VERKÄUFLICHE WIRKSTOFFE

  • Pirocton-Olamine – antimykotischer Wirkstoff in Anti-Schuppen-Shampoos und Gesichtspflegeprodukten
  • Ohne Rezept und ohne Apothekengang erhältlich
  • Geeignet zur täglichen Pflege und Vorbeugung bei milden Formen

APOTHEKENPRODUKTE

  • Ketoconazol, Ciclopirox, Clotrimazol – antimykotische Wirkstoffe in Shampoos und Cremes
  • Selensulfid – in medizinischen Shampoos gegen Kopfhautbefall
  • Kortison-Cremes/-Lotionen  – kurzfristig bei akuten Schüben zur raschen Linderung von Rötung und Juckreiz
  • Calcineurin-Inhibitoren (Tacrolimus, Pimecrolimus) – kortisonfreie Alternative, off-label, besonders für das Gesicht und sensible Areale

Häufig gestellte
Fragen

Nicht unbedingt. Einfache trockene Schuppen und seborrhoisches Ekzem sind nicht dasselbe. Beim seborrhoischen Ekzem sind die Schuppen typischerweise gelblich-fettig und begleitet von Rötung und Juckreiz. Eine dermatologische Beurteilung schafft Klarheit.

Das seborrhoische Ekzem ist eine chronische Erkrankung, die derzeit nicht heilbar ist. Mit der richtigen Therapie und Pflege lässt es sich aber sehr gut kontrollieren – viele Patienten erreichen lange beschwerdefreie Phasen.

Ja. Bei Säuglingen spricht man von Kopfgneis (seborrhoische Säuglingsdermatitis). Es zeigt sich als gelblich-fettige Schuppen auf der Kopfhaut und ist harmlos. In den meisten Fällen heilt es innerhalb der ersten Lebensmonate spontan ab. Der Kopfgneis wird umgangssprachlich oft als „Milchschorf“ bezeichnet – der echte Milchschorf (atopisches Ekzem) ist jedoch eine andere Erkrankung.

 
Seborrhoisches Ekzem
gezielt behandeln